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„Wandel statt Wachstum“ – Die Sustainable Development Goals und Postwachstumsökonomien aus der Perspektive Jugendlicher im Kontext einer gesellschaftlichen Transformation

 

Das UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE)“ weist u.a. eine gesellschaftliche Transformation als eine Dimension von BNE aus. Diese ist letztlich ebenfalls zentrales Anliegen der Agenda 2030 mit den sogenannten „5 Ps“ (People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership), für die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) als Orientierung dienen. Auch Lernende sollen in die Lage versetzt werden, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, zu verändern.

Im geplanten Vorhaben, das sich aus zwei Teilprojekten zusammensetzt, werden Jugendlichen Wege des Wandels durch Change Agents bzw. Geschichten des Gelingens aufgezeigt, die illustrieren, dass jede/r Einzelne etwas bewirken kann. Hierfür eignen sich besonders Beispiele in der Region, die ein Anknüpfen an die Lebenswelt ermöglichen. Kritisch soll zudem im Hinblick auf eine Wende zur Nachhaltigkeit die Orientierung am vorherrschenden Wirtschaftswachstumsparadigma reflektiert werden, das auch im SDG 8 zum Ausdruck kommt.

Ziel dieses Projekts ist daher, die Perspektive der Jugendlichen im ersten Teilprojekt auf die SDGs der Agenda 2030 und die gesellschaftliche Trans­formation („Wandel...“) sowie im zweiten Teilprojekt auf An­sätze der Postwachstumsökonomien („...statt Wachstum“) wie die „Donut-Ökonomie“ (nach K. Raworth) und die Gemeinwohlökonomie (nach C. Felber) zu ermitteln.

Die Vorstellungen und Reflexionen Jugendlicher darüber, welche SDGs aus ihrer Sicht besonders wichtig sind, was eine gesellschaftliche Transformation mit Orientierung an den SDGs bedeutet, wie die Gesell­schaft transformiert bzw. in den ökologisch stabilen und sozial gerechten Bereich am Beispiel der Meta­pher des „Donuts“ (nach K. Raworth) gebracht werden kann und wie sie Ansätze der Postwachstumsöko­nomien als Weg zu einer Postwachstumsgesellschaft bewerten, sind dabei insbesondere von Forschungs­interesse. Reflexive Methoden werden hierfür in beiden Teilprojekten umgesetzt, um die Perspektive der Jugendlichen zu eruieren und zugleich für Selbstaufmerksamkeit zu sensibilisieren. Sie werden angeregt, über ihre Raumwahrnehmungen und -konstruktionen sowie ihre Orientierungen (Werte, Weltanschau­ung) zu reflektieren. Bedeutet Reflexion ein Hinterfragen von Gegebenem oder Gegenständlichem, be­zieht Reflexivität zudem das kritische Hinterfragen des eigenen Denkens und Handelns mit ein. Reflexi­vität verlangt im geographischen Sinne gerade nach einer Verbindung zwischen dem Innen und Außen, also dem Selbst in Beziehung zum Raum. Dem Nachdenken über eigenes Handeln kommt ein besonderer Wert im Kontext von Bewusstseinsbildung und Handlungskompetenz zu, da Reflexion ohne Reflexivität unvollständig bleibt und wenig handlungswirksam ist. Zudem wird im zweiten Teilprojekt mit dem Fokus auf Postwachstumsökonomien Partizipative Forschung angewendet, um auf Basis der Vorstellungen der Jugendlichen eine Unterrichtseinheit zu konzipieren und zu erproben.

Das Vorhaben geht Desiderata in der geographiedidaktischen Forschung an und erprobt innovative methodische Ansätze. Es dient zugleich als Beitrag zu einer transformativen Bildung und insbesondere der Förderung von Global Citizenship. 

 

Gefördert mit Forschungsmitteln des Landes Niedersachsen.